Bürgerservice

Unser
Service für Sie
Ihre
Behördennummer

Ihre Fragen – schnelle Antworten

Rufen Sie an. Wir sind von Montag bis Freitag zwischen 8 bis 18 Uhr für Sie erreichbar. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Mehr Informationen

Inhalt

Moerser gedenken Dr. Jürgen Schmude

Der Bürgermeister hält eine Rede.
Bürgermeister Christoph Fleischhauer würdigte auf der städtischen Gedenkfeier am 21. Februar die Verdienste von Dr. Jürgen Schmude für die Stadt Moers. (Foto: pst)

Einem großen Moerser gedachten über 100 Gäste am Freitag, 21. Februar, im Kammermusiksaal des Moerser Martinstifts. Die Stadt Moers hatte Familie, Freunde und die Öffentlichkeit zu einer Gedenkfeier für Dr. Jürgen Schmude eingeladen. Der ehemalige Bundesminister und Lokalpolitiker war im Alter von 88 Jahren am Montag, 3. Februar, verstorben. 1964 wurde Dr. Schmude in den Rat der Stadt Moers gewählt und 1969 in den Kreistag. Von 1969 bis 1994 war Schmude Mitglied des Bundestages. Als Bundesminister für Bildung und Wissenschaft war er von 1978 bis 1981 tätig. Danach wurde er zuerst zum Bundesminister der Justiz und später zum Bundesminister des Innern ernannt. 

In Moers hat er sich besonders für das moers festival und das Schlosstheater eingesetzt. Er ist Gründer des Vereins ‚Freunde des Schlosstheaters e.V.‘ und war dort lange Vorsitzender und später Beiratsmitglied.

Vorreiter für das Einbringen christlicher Werte in die Politik

„Das Leben von Dr. Jürgen Schmude war geprägt durch sein politisches Engagement, seine Unterstützung für die Kultur, besonders hier in Moers, und seinen unermüdlichen Einsatz für die Menschen. Er war nicht nur ein engagierter Politiker, sondern auch ein Vorreiter für das Einbringen christlicher Werte in die Politik“, würdigte ihn Bürgermeister Christoph Fleischhauer in seiner Rede. Der Lieblingsspruch des Verstorbenen war der Bibelvers Lukas 6,31, der übersetzt bedeutet: Behandelt jeden Menschen so, wie ihr selbst behandelt werden wollt. „Dies hat er Zeit seines Lebens selbst mit seiner bescheidenen, klugen und nachsichtigen Art beherzigt“, so Fleischhauer weiter. 

An den engagierten und menschlichen Politiker erinnerte zudem Siegmund Ehrmann (ehemaliger Bundestagsabgeordneter und Kulturdezernent der Stadt Moers). „Ich habe seine wohlüberlegten Einlassungen sehr geschätzt.“ Ehrmann ging auch auf die Tätigkeit Schmudes in einem weiteren Bereich ein: Er war von 1985 bis 2003 Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Dort gestaltete er maßgeblich die Wiedervereinigung der Evangelischen Kirche in Deutschland mit. „Er prägte das Zusammenleben vieler“, so Ehrmanns Fazit.

Die Gedanken sind frei

Ulrich Greb (Intendant des Schlosstheaters Moers) würdigte den „leisen, aber überzeugungswirksamen“ Einsatz für das Schlosstheater. „Jürgen Schmude wusste, wie wichtig Kunst und Kultur für die Stadt ist“, so Greb. Er wollte vermeiden, dass Moers nur eine Schlafstadt ist. Der Intendant erinnerte sich auch daran, dass Schmude zu jeder Diskussion ausgezeichnet vorbereitet war. An dem Vormittag präsentierte der Rezitator Jörg Zimmer Gedichte von Adelbert von Chamisso und Hanns Dieter Hüsch, mit dem Schmude gut befreundet war. B

ongju Lee (Klavier) und Wagner Stefani D'Aragona Malheiro Prado (Klavier), Lehrkräfte der Moerser Musikschule, begleiteten die Gedenkfeier mit Werken von Frédéric Chopin musikalisch. Zum Schluss sangen die Gäste zusammen ‚Die Gedanken sind frei‘. Das war das Lieblingslied von Dr. Jürgen Schmude.